Wie wird das fast Unmögliche möglich? Darauf gibt es viele Antworten, in vielen schlauen Büchern und Seminaren. Oder man geht einfach ins Kino oder schaut sich Fußball an.Vielleicht sind die Antworten dort sogar plastischer und eingängiger. Je nach dem, wieviele schlaue Bücher jemand schon gelesen hat …
Tatsächlich bekam ich am Freitag im Action-Kino eine Antwort, aber eben nicht in irgendeinem Film, sondern in “KungFu Pand 2″, dem Animationsfilm um den schwabbelig-heldenhaften Drachenkrieger Po, einen Pandabären.
Schon in Teil 1 musste Po lernen, seinen eigenen Weg zu gehen und Vorbilder von großen KungFu-Helden nicht 1:1 zu übertragen. In Teil 2 nun muss er das schier Unmögliche möglich machen und die Zerstörungskraft von Kanonenkugeln aufhalten. Die Lösung dazu, sagt sein Lehrer, Meister Shivu, am Anfang, liegt darin, inneren Frieden zu finden und im entscheidenden Moment der Krise zu leben.
Po findet seinen inneren Frieden, als er verdrängte Bilder und Erinnerungen an seine Kindheit erst zulässt und dann seinen Frieden mit dem damals Geschehenen findet. Ein großes psychologisches-spirituelles Thema, ganz nebenbei, fröhlich und leicht in einen ansonsten rasanten 3D-Animationsfilm eingewoben.
Und dann gibt es noch das spontane Gewebe des Lebens, das nicht erst in Hollywood produziert wird. Davon habe ich am Samstag Abend in einer Regensburger Kneipe unter Fußballzuschauern für mich Faszinierendes mitbekommen.
Ich erinnere mich gut an die kurze Pause für die Spielerinnen des deutschen und des japanischen Teams, bevor beide in die Verlängerung gingen. Die deutschen Kickerinnen frischten sich kurz auf und lauschten dann ihrer Trainerin Sylvia Neid, die ernsthaft und intensiv auf ihre Spielerinnen einredete. Fast wie eine Predigt wirkte das Ganze. Aber eben ernst und irgendwie angespannt.
Bei den Japanerinnen und ihrem robust wirkenden Trainer eine in meinen Augen deutlich sanftere Szene. Alle Beteiligten im Kreis, die Arme an den Schultern der Nachbarn, alle in die Mitte geneigt und aufeinander zu gewendet. Eine Szene der Verbundenheit. Ein kurzer Zusammenschluss vor der Verlängerung im Spiel gegen die deutsche Mannschaft, die allen im Vorfeld klar als Favoritin gegolten hatte.
Der Ausgang der Verlängerung ist bekannt. Den Japanerinnen gelang das fast Unmögliche, das Tor gegen eine deutsche Mannschaft, die immer wieder massiv gegen das Tor der Japanerinnen anrannte, aber im Ziel nicht ankam.
Der Kreis gibt Kraft und Ausrichtung. Den Japanerinnen wahrscheinlich auch. Sie verzagten nicht und siegten.Wenn das kein Lehrstück ist, dass es nicht nur auf Machen, Machen ankommt, sondern auf die Ausrichtung jeder Einzelnen und auf die Verbundenheit in der Gruppe.
Ich bin gespannt, wie es bei dem japanischen Team weitergeht. (Und wünsche den deutschen Spielerinnen ein möglichst leichtes Verarbeiten ihrer Niederlage!)
Karinamo