„Alles hat seine Zeit“. Diese allgemeine Weisheit trifft gerade auch auf Moderations-Methoden zu. Das heißt, für jede Methode gibt es gute Anwendungsfälle und umgekehrt Umstände, unter denen eine tolle Methode gar nicht wirksam sein kann.
In einem Artikel in der „Zeitschrift für Organisationsentwicklung“ vom August 2007 beschreibt Matthias zur Bonsen Voraussetzungen, Ablauf und Grenzen der Moderationsmethode „Dynamic Facilitation“. Hier geht es um DEN Ansatz, der gar nicht erst versucht, dem so genannten roten Faden zu folgen. Hier geht es um die Bereitschaft zum vorübergehenden Durcheinander, um dadurch Reinigung von aufgeladenen Emotionen und Vorbehalten zu erhalten und aus der „tabula rasa“ heraus ganz neue Ideen zu entwickeln.
Dynamic Facilitation, entwickelt von dem Amerikaner Jim Rough, verzichtet auf eine Tagesordnung und arbeitet vielmehr mit VIER Arbeitsblättern, auf denen alle Beiträge notiert werden:
- Herausforderungen / Fragen
- Lösungen / Ideen
- Bedenken / Einwände
- Informationen / Sichtweisen
Alle Ideen, Bedenken und negativen Gefühle, mit denen die Teilnehmer in die Veranstaltung gekommen sind, werden in der 1. Phase, der Reinigungsphase transparent gemacht. Erst danach, so die Erfahrung der DF-Anwender, entsteht Raum für neue, konsensfähige Ideen. Und über derartige Ideen bzw. Lösungen muss dann auch nicht mehr abgestimmt werden, denn die Lösung ist für alle offenbar und annehmbar.
Allerdings gibt es einige Voraussetzungen, damit „DF“ so kraftvolle Wirkungen entfalten kann. Einerseits muss es sich um ein Thema handeln, das von vornherein konfliktär und emotional stark aufgeladen ist, also keines das man einfach abarbeiten kann. Gleichzeitig müssen alle Beteiligten ein ausgeprägtes Interesse an der Lösung haben. Unter diesen Umständen sind erstaunliche Durchbrüche in Gruppenprozessen möglich.
Nähere Infos zu „DF“ finden sich in dem o.g. Artikel aus der „Zeitschrift für Organisationsentwicklung“, hier der Link dazu: http://www.all-in-one-spirit.de/pdf/DynFac_ZOE.pdf
Karinamo