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Der Präsidentsschafts-Vorwahlkampf in den USA macht wieder von sich reden, nachdem er einige Wochen aus den hiesigen Schlagzeilen verschwunden schien. Gerade rechtzeitig bekam ich das Buch “Hopes and Dreams. The Story of Barack Obama”, das ich in der Stadtbücherei vorbestellt hatte.

Ich habe diesen Bildband mit wachsender Begeisterung verschlungen. Wow, was für eine Geschichte! Ja, seine Kandidatur hat tatsächlich Logik, wenn man seine Lebensgeschichte im Detail anschaut. Er wirkt gut vorbereitet, von seinem Charisma mal ganz abgesehen. Er war nicht nur 3 Jahre lang Community Organizer und hat wie ein moderierender Sozialarbeiter absolut an der Basis gearbeitet, sondern danach auch einen vorzüglichen Abschluss an der Harvard Law School hingelegt und als Senator für den Bundesstaat Illinois parteiübergreifend wegweisende Gesetzesinitiativen vorangebracht.

Was mich aber fast noch mehr beeindruckt, ist die Kausalkette zwischen innerer und äußerer Entwicklung bzw. äußerem Erfolg, die man aus dem Leben von Obama ablesen kann. Denn als Jugendlicher war Barack Obama einer, der mit der Polarität seiner Existenz, mit der großen Kluft zwischen mütterlichem und väterlichem Erbe haderte. Er umgab sich eine gewisse Zeit lang mit anderen farbigen Jugendlichen, die sich selbst als gesellschaftlich diskriminiert, als Underdogs empfanden.

Bereits zu Ende seiner Kindheit war Obama klar, dass er auf der Suche nach einer Identität war. Als Schwarzer in den USA - wie konnte er da leben? Einen Vater gab es für ihn als Orientierungshilfe und praktisches Vorbild nicht, denn Vater Obama war nach der kurzen Ehe mit der weißen Amerikanerin Ann bald wieder nach Kenia zurückgekehrt, um dort als promovierter Akademiker am Aufbau seines Landes mitzuwirken. 

Nach Begegnungen mit Haschisch und den üblichen Genuss-Stoffen am College und einigem innerem Ringen kam Obama schließlich an den Punkt, wo er eine Integration seiner persönlichen Wurzeln vollzog. Er schrieb später, dass nur ein Mangel an Vorstellungskraft ihn auf den Gedanken gebracht hatte, dass er zwischen schwarz und weiß, zwischen der Welt seines Vaters und der seiner Mutter wählen müsste. Vielmehr sei beides Teil von ihm.

Diese persönliche Integration hat meiner Ansicht nach die wesentliche Voraussetzung für seine späteren Erfolge geschaffen und dafür, dass er vielleicht tatsächlich Präsident der Vereinigten Staaten wird. Was für ein Glück für Amerika und den Rest der Welt, wenn der US-Präsident, der so genannte mächtigste Mensch der Welt, im Frieden mit seiner Herkunft wäre!

Karinamo

 

Seit 1993, dem Zeitpunkt einer zweiwöchigen Reise,  fühle ich dem Land Zimbabwe verbunden. Und seit damals habe ich Kontakt zu meinem Freund Thomas Dhliwayo, der damals noch ein sehr schmächtiger 14-jähriger Teenager war.

Aus dem Teenager von damals ist ein junger Mann geworden, mittlerweile 28 Jahre alt, der bereits über ein Jahrzehnt lang Verantwortung für die Versorgung der verwitweten Mutter und der jüngeren Geschwister samt verwaisten Kindern aus der großen Verwandtschaft übernommen hat. So schwer die Zeiten in dem von Robert Mugabe seit der Unabhängigkeit regierten Land auch geworden sind - Thomas hat immer wieder Lösungen gefunden, auch wenn es um seine eigene Ausbildung und einen Universitätsabschluss ging.

Doch nun ist Thomas am Ende seiner Weisheit und der finanziellen Möglichkeit. In Zimbabwe, dem Land mit der höchsten Inflationsrate weltweit, steht das Leben in gewisser Weise seit den Präsidentschaftswahlen im März still. Das Wahlergebnis wurde wochenlang nicht bekannt gegeben, dann hieß es der wichtigste Oppositionskandidat habe knapp die absolute Mehrheit verfehlt und müsse in einer Stichwahl gegen Präsident Mugabe antreten. 

Die politische Lähmung hat auch die wirtschaftliche Lage noch weiter verschärft. Nicht nur, dass die Arbeitslosenquote weiterhin bei gut 80% liegt, aus den Läden verschwinden immer mehr die Waren, und das was übrig bleibt, ist horrende teuer, selbst für unsere Verhältnisse.

In dieser Situation, wo mein Freund Thomas erstmals von der Möglichkeit des “Verhungerns” spricht (”it’s close to starvation) , fällt es mir schwer, ruhig zu bleiben und keinen panischen Unterstützungs-Aktionismus zu entfalten. Denn grundsätzlich weiß ich ja, dass es einen besseren Weg gibt, den Weg des Möglichen und Machbaren, ohne die dröhnende Stimme im Hinterkopf, die da mahnt: “Du MUSST etwas tun!”

Und tatsächlich gibt es Ansätze für Hilfe, die vergleichsweise leicht erscheinen. Einer Freundin von mir, an die sich Thomas in seiner Not per e-Mail gewendet hatte, lief ein Veranstaltungshinweis über den Weg: Konzert des Chors der “African University” aus Mutare / Zimbabwe am kommenden Wochenende in Friedrichsdorf bei Frankfurt. Und auch in Frankfurt selber wird der Chor, wie wir später erfahren haben, ein letztes Konzert vor dem Rückflug nach Zimbabwe geben.

Dieser Chor und seine Mitglieder scheinen plötzlich eine grundsätzliche Möglichkeit zu bieten, Thomas und den 9 Kindern und jungen Erwachsenen die so dringend erbetenen Kleiderspenden bzw. auch Schreibwaren für die Schule zukommen zu lassen. Denn noch letzten Dezember hatte ich Thomas geschrieben, dass eine Kiste mit Kleiderspenden, etc. auf dem Postweg einfach nicht zu finanzieren sei.

Jetzt haben die Freundin und ich die Hoffnung, dass wir den Chormitgliedern jeweils ein Stück zusätzliches Handgepäck in Form einer Kleidertüte mitgeben können oder dass Lufthansa, die Airline mit der die Chormitglieder zurückreisen, uns eine Umzugskiste voller Kleider umsonst transportieren wird. 

Es bleibt zwar nicht viel Zeit, aber ich bin dennoch in dieser Sache zuversichtlich, dass es klappen kann.  Zum einen weil die Freundin und ich als Team unsere Ideen und Energien bündeln, zum anderen weil ich vorhin noch eine Freundin bei Lufthansa angerufen habe und sie zugesagt hat, sich nach Möglichkeiten eines kostenfreien Transportes von Kleiderspenden zu erkundigen.

Hier steht ein “das kann klappen” im Raum. Sicherlich ein gesünderer Nährboden für Erfolg als der innere Drängler: “Du musst etwas tun”! Und das gilt im Fall der Unterstützung von Thomas genauso wie für alle anderen Ziele.

Karinamo

 

Über Barbara Sher, Karriereberaterin und gute Fee der so genannten Scanner (Leute mit sehr vielfältigen Interessen und entsprechenden Entscheidungsschwierigkeiten), habe ich bereits geschrieben. Und es geht weiter, denn ihr Buch “Du musst Dich nicht entscheiden, wenn Du tausend Träume hast” ist eine wahre Fundgrube. Inspiration, aber auch super-praktische Tipps und Übungsvorschläge sind hier zu finden.

In einem Kapitel beschreibt Sher das Leid der von ihr genannten “Doppelagenten”, der Menschen, die einen Lebenstraum aufgeben, weil er mit dem Sinnvollen oder Notwendigen nicht vereinbar erscheint. Dahinter steckt so Sher, die Vorstellung, dass es im Leben nur ein “entweder … oder” gibt, nicht aber eine Fülle an Möglichkeiten.

Damit Scanner und insbesondere die Doppelagenten sich nicht gleich geschlagen geben, empfiehlt die US-Amerikanerin kreative Denkspiele zu unternehmen, alleine und/oder in der Familie, mit Freunden und am Besten zusammen mit Kindern.

Ausgangspunkt der Übung ist eine Vorratskammer, die gerade noch eine Packung Spaghetti, eine Dose Thunfisch und eine Dose Hundefutter enthält. Naheliegend erscheint es, der lieben Familie zu sagen: “Wir können entweder Spaghetti oder Thunfisch essen”. Eine Ergänzung dieser Botschaft wäre: “Oder wir lassen uns was anderes einfallen”.

Und dann geht es so richtig los mit purzelnden Ideen wie

- Wir müssen weder Thunfisch noch Spaghetti essen. Wir können uns telefonisch eine Pizza bestellen.

- Wir rufen einen Freund oder Verwandte an und laden uns dort zum Abendessen ein.

- Oder wir laden eine Freundin ein, die noch eine dritte Zutat mitbringt, und bereiten einen Thunfischauflauf zu.

Dies sind nur einige der purzelnden Ideen. Sind Kinder mit im Brainstorming-Boot, so Shers Erfahrung, wird die Ideenausbeute besonders vielfältig. Sie empfiehlt ihren Lesern, die Übung auf die jeweils eigene Entscheidungssituation anzuwenden, um damit der “Entweder-Oder-Falle” zu entwischen. Fazit von Sher: Wer auch nur eine Woche lang täglich ein paar Mal übt bzw. mit den Möglichkeiten spielt, wird das eigene Denken als viel offener erleben.

Karinamo

Im Frankfurter Westend, am Rande des Grüneburgparks gibt es seit Ende 2005 eine koreanische Tempelanlage - ein Geschenk aus Korea, das zuvor Schwerpunkt-Land auf der Frankfurter Buchmesse gewesen war. Eine Oase der Einkehr und Stille ist das Tempel-Areal geworden, aber es gibt auch Leute, die auf diesem Areal wie gewohnt konsumieren und wegwerfen wollen.

Zuerst sah ich gestern den mit Müll gefüllten Pappkarton, der auf der Balustrade des einen Tempels stand. Leichter Zorn kam in mir hoch. Können die Leute sich nicht mal hier beherrschen, einen Ort der inneren und äußeren Schönheit unangetastet lassen, schimpfte es in mir. Kurz darauf sah ich sah große blaue Müllsäcke, die von zwei Menschen herumbewegt wurden. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich ein junges asiatisches Paar, vielleicht in den Zwanzigern, beide in sportlicher Kleidung. Sie mit Cargo-Pants, farblich passendem Sonnen-Top und Turnschuhen, mit einem Pferdeschwanz, der bei jedem Beugen und Aufheben eines Müllstückes hin- und herwippte. Ihre Müllfrau-Ausrüstung bestand desweiteren aus weißen Baumwoll-Handschuhen und einer mittelgroßen Holzpinzette.

Während ihr blauer Müllsack immer voller wurde, strahlte sie - ebenso wie ihr Gefährte - Gelassenheit und sogar gute Laune aus. Kurz vor Abschluss der Arbeiten kam ein anscheinend befreundetes Paar des Müllentsorgungs-Teams und richtete sich mit Picknick-Decke auf meiner Wiese ein. Völlig vergessen schienen die Entmüllungs-Aktivitäten auf dem Tempelgelände, ich bekam ein Bild der Geselligkeit von modernen jungen Leuten.

Das Ganze rief in mir in gewisser Weise Verwirrung hervor. Einerseits war ich dankbar, dass das Pärchen den Müll von einem meiner Lieblings- und Kraftorte hier in Frankfurt entfernt hatte. Andererseits merkte ich, wie mein inneres Schubladen-System mächtig am Wackeln war, denn diese jungen Müllentsorger passten so gar nicht in meine Vorstellung von Behütern einer Tempelanlage. Sie wirkten äußerlich - zumindest was ihre Kleidung betraf - in keiner Weise dem spirituellen Pfad verpflichtet, sondern ausgesprochen lebens- und genussfreundlich.

Was hatte ich erwartet? Dass hier Menschen in einfachen Mönchs-Kutten aktiv sein müssten? Dass Zuwendung zu einem spirituellen Ort und seine Pflege nur aus der Abwendung vom Konsum heraus passieren kann?

Es scheint mir, dass ich mal wieder eine interessante Lehrstunde zum Thema “Dualität ODER Vereinbarkeit” bekommen habe. Wie auch beim LOHAS-Prinzip, wo es um die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit UND modernem Leben geht, ist das asiatische Entmüllungs-Team ein äußerst lebendiger Beweis dafür, dass das Leben kein “entweder … oder” sein muss.

“Ja, aber”, sagt das Kind in mir. Das hieß es doch immer, als ich klein war! “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen” oder vergleichbare Sprüche. Als ich älter wurde, kamen die Stimmen anderer Autoritäten hinzu und anscheinend habe ich in meinen Zellen die Ansicht abgespeichert, dass Spiritutalität und ein sinnlich-genussorientiertes Leben nicht vereinbar seien. Ich bin mir sicher, dass es vielen anderen Menschen auch so geht, vielleicht sind deshalb unsere christlichen Kirchen - mal von den großen Feiertagen abgesehen - so leer.

Wer daran glaubt, dass die Pole vereinbar sind, verspürt sicherlich auch weniger Zorn auf seine Mitmenschen als die Opfer der “Entweder-Oder-Ideologie”. Oder anders gesagt: Die Überzeugung, dass Vereinbarkeit möglich ist, schafft inneren Frieden und wahrscheinlich mehr Toleranz den Unsitten (z.B. Müll wegwerfen) anderer gegenüber. Deswegen kam mir das Müllsäcke-Pärchen wohl auch so gelassen vor.

Karinamo

 

Was bestimmt den Geldfluß? Warum ziehen einige Menschen Geld fast magnetisch an, während andere immer zu knapsen scheinen oder gar mit Schulden zu kämpfen haben?

Mit diesen Fragen befasst sich Harald Wessbecher in seinem Buch “Die Energie des Geldes”, das ich von einer Freundin als Anregung geschickt bekommen habe. “Finanzielle Freiheit durch spirituelles Geldbewusstsein” lautet der Untertitel, und damit wird angedeutet, dass Geldfluss etwas mit Spirit und Bewusstsein zu tun hat, also weniger mit externen Faktoren wie Tarifabschlüssen, Börsenverläufen, etc. als man annehmen möchte.

Ich musste schmunzeln, als ich das Päckchen von meiner guten Freundin öffnete. Denn von Harald Wessbecher habe ich schon ein Buch zu Hause stehen. Ein “Beziehungs-Buch”, das ich mir nach dem Ende einer Liebesbeziehung letztes Jahr zusammen mit zwei anderen Beziehungs-Büchern gekauft habe. Richtig gelesen habe ich es damals nicht, hier und da geblättert und gemerkt, dass da viel von der Beziehung zu sich selbst die Rede war.

Daher musste ich noch mehr schmunzeln, als ich das geschlossene Buch nach kurzer innerer Konzentration bewusst an einer Stelle öffnete und eine Doppelseite im Kapitel “Selbstbewusstsein und Selbstwert” aufgeschlagen hatte. Das Bewusstsein vom eigenen Selbst und von den eigenen Werten ist also fundamental wichtig, für erfolgreiche Beziehungen wie auch für einen ungehinderten Geldfluss im eigenen Leben. Eigentlich für alles, was den Erfolg im Leben ausmacht!

Im Einzelnen habe ich bereits sehr viele Anregungen aus dem Geld-Buch gezogen, die neu für mich sind. Bereits wohl bekannt war mir dagegen die These, dass die innere Entwicklung und die äußeren Geschehnisse sich unmittelbar bedingen. Nur bin ich manchmal versucht, die Validität dieses Zusammenhanges anzuzweifeln und vor allem die Beete in meinem Außengarten beackern zu wollen, um meine Ziele besser zu erreichen. Harald Wessbecher hat mich nachdrücklich auf meine inneren Gärten verwiesen und mir ein paar Gartengeräte in die Hand gedrückt.

Beeindruckt hat mich z.B. eine der Goldenen Regeln energetischer Harmonie: “Die Energien, die ich aussende, beeinflussen mein Umfeld , fließen auf mich zurück und prägen mich und meine Wirklichkeit”. Diese Formulierung klingt erst einmal vergleichsweise allgemein, doch inspirierender für mich ist der Erläuterungstext. Hier wird betont, dass Energie nicht gleich Energie sei, sondern dass es sowohl auf die Qualität als auch die Intensität der Energie ankomme. Eine Idee muss demnach sowohl gut sein als auch mit großer Energie verfolgt werden, damit andere Menschen mitgerissen werden und sich der gewünschte Rückfluss einstellt. Umgekehrt heißt das auch, dass es nicht ausreicht, große Energiemengen in eine unklare, wenig originelle Idee zu stecken.

Auch die energetische Sicht der Dinge bedient sich also der Vernunft - damit kraftvolle Ideen nicht verpuffen.

Karinamo

Was gibt es eigentlich spannenderes als Kommunikation und das Verstehen ihrer Wirkungsmechanismen und Erfolgsgeheimnisse? Immer wieder werde ich darauf gestoßen, dass die Forschungsergebnisse von Alfred Mehrabian aus den 80er Jahren zu den Wirkungsanteilen erfolgreicher Kommmunikation absolute Praxisrelevanz besitzen.

Mehrabian untersuchte damals, warum manchen Rednern, obwohl sie die Wahrheit sagen, kein Glauben geschenkt wird. Zu diesem Zweck unterteilte er die Aspekte der Kommunikation in drei Ebenen und ermittelte deren Wirkungsanteile.

- Visuelle Kommunikation (Körpersprache, Mimik, etc.) : 55%

- Paraverbale Kommunikation  (Stimmlicher Ausdruck, “wie” etwas gesprochen wird): 38%

- Verbale Kommunikation (”was” gesprochen wird): 7%

7% für die verbale Kommunikation! Das ist insbesondere für Akademiker aus den westlichen Kulturkreisen immer wieder eine harte Nuss, da in den herkömmlichen Schul- und Hochschulsystemen bis vor kurzem ein klarer Schwerpunkt auf das “was” der Kommunikation gelegt wurde.

Und auch Politiker und Politikerinnen müssen sich die Relevanz der Ergebnisse aus der Kommunikationsforschung vor Augen halten. In einem Video-Clip auf der Internet-Plattform von Yahoo wurde am Montag ein Vergleich der Körpersprache der aktuellen drei US-Präsidentschaftskandidaten, angestellt von Soziologen, vorgestellt. Hillary Clinton, so wurde anschaulich gezeigt, entspricht gerade auch in ihrer Körpersprache immer wieder der Vorstellung von ihr als Karrierefrau aus dem Polit-Establishment. Vor allem wenn sie auf ihren Kontrahenten, Barack Obama, zu sprechen kommt, gestikuliert sie mit erhobenem, ausgestrecktem Zeigefinger. Diese Geste wirkt scharf und abgehackt, während Obama eher mit weichen Bewegungen beobachtet wird. Wenn er etwas unterstreichen möchte, beugt er oft den Zeigefinger nach innen oder hält seine beiden Hände so, als wolle er einen Ball halten.  

In dem Clip wurde von den untersuchenden Soziologen betont, dass die Wählerschaft oft nur sehr wenig über die jeweiligen Programme der Kandidaten informiert sei. Die Körpersprache bzw. die visuelle Kommunikation sei daher von großer Bedeutung. In Ex-post-Untersuchungen hätten Testpersonen die tatsächlichen Wahlsieger, die ihnen nicht bekannt waren, mehrheitlich aus der Betrachtung der Photos der Kandidaten erkannt.

Erstaunlich, dass die “Sieger” in der Regel anhand von Photo-Vergleichen der Kandidaten erkannt werden können. Ich finde das sehr bemerkenswert, wenn auch Alfred Mehrabian wahrscheinlich weniger erstaunt gewesen wäre. Nach seinen Forschungsarbeiten hätte er eigentlich auch Politik- und Wahlkampfberater werden können.

Karinamo

 

 

Das neue Lächeln

Immer wieder werde ich gefragt, wie es meiner Schwester Heidi geht. Es fragen Freunde, Verwandte und Bekannte, die wissen, dass Heidi vor knapp 3 Monaten mit einer Gehirnblutung ins Krankenhaus kam. Aktuell kann ich aus eigener Anschauung berichten, da ich zum verlängerten Wochenende im Landkreis Regensburg bin.

Es gibt tatsächlich erstaunliches zu berichten. Heidi kann sich wieder so gut bewegen - obwohl ihre rechte Körperhälfte über 3 Wochen gelähmt war - dass sie am Abschlussball ihres älteren Sohnes Oliver (15) mit dabei war und drei Runden mit ihrem Mann getanzt hat. Ausgesprochen gestrahlt und geleuchtet hat ihr Gesicht an diesem Abend. Vielleicht war es der Stolz der Mutter, die an Tanzkurs und Abschlussball sieht, wie ihr Kind langsam erwachsen wird, wie der schlaksige Teenager richtig chic aussieht in schwarzem Anzug mit rotem Hemd.

Aber ganz abgesehen vom aktuellen Anlass scheint es mir, dass meine Schwester sich durch die Erkrankung bei aller Ungeduld, die auch immer aus ihr spricht, der Sonnenseite im Leben stärker zugewandt hat. Ich sehe sie öfter lachen und vor allem lächeln, mit einem sehr jugendlichen, mädchenhaften Lächeln. Auch diese Lachfalten um ihre Augenwinkel sind mir früher nicht aufgefallen.

Einerseits sind ihre Abläufe und vor allem ihre Kommunikation verlangsamt, da ihr Sprachzentrum noch immer durch die Erkrankung belastet ist. Andererseits erscheinen mir ihre Reaktionen direkter und unmittelbarer. Die Kommunikation läuft eben teilweise in anderen Bahnen, mit ausgesprochen viel Mimik und spontanem Ausdruck von Emotionen über Laute.

Heidis Geschwindigkeit beim Zurückerobern ihrer Sprache erscheint mir schnell - auch wenn sie selbst das anders sieht - und ich kann mir gut vorstellen, dass sie in vier, fünf Monaten wieder alles sprechen kann, was sie möchte. Ich hoffe gleichzeitig, dass das neue Lächeln bleiben wird.

Karinamo

Ich kann es ganz genau vor meinem geistigen Auge sehen: Das Blog von meiner Freundin Christa, das alle ihre begeisterten Erkenntnisse aus ihrer umfassenden Lektüre zu Neurobiologie, Neuropsychologie, Kinder- und Babyentwicklung sowie Spiritualität enthalten wird.

Als ich ihr heute von dieser Vorstellung erzählte, war die erste Reaktion eine abwehrende: “Nein, vielleicht später”. Zwei Minuten später räumte sie ein, dass das Bloggen ihr helfen könnte, ihre Schlüsse und Erkenntnisse noch klarer zu fassen - so wie man auch beim Sprechen und Erklären klarer wird.

Christa wird sich so entscheiden, wie es für sie stimmt. Ich möchte aber wirklich sagen, dass ich mich über ein Blog von ihr sehr freuen würde . Ich glaube, es wäre ein origineller, ungewöhnlicher Blog, einer in dem neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit tiefer Lebenserfahrung und Temperament verknüpft würden. Christa vermittelt mir sonst immer am Telefon ihre Begeisterung darüber, wie das Wissen in der Welt zunimmt und sich die Kreise schließen, wie moderne Wissenschaftsdisziplinen “harte Fakten” zu Phänomenen liefern, die sonst in der Esoterik nur behauptet oder vage umrissen wurden. Es gibt so viel zu lesen und zu lernen.

Und Christa ist auch neugierig auf den Scanner-Ansatz von Barbara Sher, dass man sich nicht beschränken muss in seinen Interessen, sondern sowohl Umfang als auch Tiefe frei wählen kann, ohne sich an eine gesellschaftliche Norm halten zu müssen.

Karinamo

 

Was um Himmels willen ist ein “Scanner”, mal abgesehen von einem Dateneinlese-Gerät? Hilft dieser neue Begriffe aus der Karrierberatung, geprägt von der US-Amerikanerin Barbara Sher, inhaltlich tatsächlich weiter oder ist er einfach ein schickes Labelchen?

So ähnliche Fragen hatte ich im Kopf, bevor ich in diesem Monat an einem Erlebnisabend mit Barbara Sher teilnahm. … und bevor ich die Erleichterung wahrnehmen konnte, mit der die meisten Leute im Publikum ihre Botschaft und ihre Erklärungen aufnahmen.

Tatsächlich wirkten wohl schon die Eingangs-Fragen an das Publikum irgendwie erleichternd? So fragte Barbara Sher, wer unter den Anwesenden zu den Leuten gehöre, die viele angefangene, aber nicht zu Ende gelesene Bücher zu Hause rumliegen hätte. Und erklärte sogleich, dass diese offensichtliche Nicht-Konsequenz kein Problem sei, sondern dem Wesen der Leute entspreche: dem Wesen eines Scanners!

Gemeint sind Leute, die viele Interessen und auch viel Talente in sich vereinigen, und sich schwer damit tun, sich für eine ganz bestimmte Richtung im Leben, für den einen Beruf zu entscheiden, weil sie sich so viele Wege vorstellen können. Nach Erfahrung von Barbara Sher laufen Scanner oftmals das halbe Leben mit schlechtem Gewissen herum, weil sie sich an den Leuten messen, die ein Hobby oder einen Beruf jahrzehntelang ausüben.

Diesen Menschen gibt die Amerikanerin nicht nur einen Namen, sondern praktische Hilfestellung, wie sie ein Lebensmodell und einen Beruf finden können, der zu ihnen passt. Die Tipps und Tricks sind dabei in unterschiedliche Rubriken geordnet, denn Barbara Sher hat neun unterschiedliche Typen von Scannern ausgemacht.

Vergnüglich nachzulesen ist all das in dem neuen Buch “Du musst dich nicht entscheiden, wenn du tausend Träume hast”, erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag.

Barbara Sher live zu erleben ist allerdings das i-Tüpfelchen, geistreiche Unterhaltung und herzhaftes Lachen pur!

Karinamo

 

  

“Das Lustprinzip - Emotionen als Karrierfaktor” lautet der Titel eines neu erschienen Buches von Ingo Vogel aus Esslingen. Vogel ist Rhetorik- und Verkaufstrainer - einer, der Vertriebsleuten und Verkäufer darin trainiert, ihre Geschäftsabschlüsse zu verbessern.

Die Kernaussagen des Buches hat Ingo Vogel im Zuge seiner Öffentlichkeitsarbeit in Magazin-Beiträgen verbreitet, wodurch auch mein Interesse geweckt worden ist. Ingo Vogel kennt sich aus mit angewandter Psychologie und der Bedeutung von Emotionaler Intelligenz für erfolgreiche Kundenbeziehungen. Ebenso unterstreicht er die Bedeutung des eigenen Gefühlshaushalts bei Verkäufern - und mal abgesehen von den offiziellen Verkäufern, wer ist heutzutage kein Verkäufer…!

Somit hat Vogel viele Adressaten für seine Botschaften, dass die Gefühle der Präsentierenden und Werbenden von ihren Gedanken beeinflusst werden. Daher führt die Überlegung kurz vor einem Termin, das anstehende Gespräch mit dem Gegenüber könnte erneut ein Flop werden, zu ängstlichen Gefühlen und dämpft die eigene Ausstrahlung. Als stärkend beschreibt Vogel dagegen die Überlegung: “Was kann mir im Gespräch maximal passieren? Höchstens, dass der Kunde wieder nein sagt. Läuft’s hingegen gut, habe ich einen neuen Kunden”.

Bei solchen Tipps zur Selbstmotivation lässt Vogel es aber nicht bewenden. Er unterstreicht, dass die nachfolgende Kommunikation mit dem potenziellen Kunden glaubhaft von Wertschätzung und Respekt getragen sein sollte. Diskrepanzen bei verbalen Botschaften und der eigenen Körpersprache werden, so Vogel, vom Gesprächspartner bewusst oder auch unbewusst erkannt und führen dazu, dass die Person auf Distanz geht.

Ist Phase 1 erfolgreich und der Verkäufer konnte eine positive Beziehung zum Gesprächspartner aufbauen, wird der laut Vogel offen für unsere Argumente und Empfehlungen sein, sofern erkennbar ist, dass wir neben unseren eigenen Bedürfnissen und Verkaufsinteressen auch die Bedürfnisse der Kunden vor Augen haben. Vogel fordert eine nutzenorientierte Sprache und meint damit:

- den Kunden in den Mittelpunkt stellen (und nicht die eigene Person oder Organisation)

- klar benennen, welche Vorteile er, der Kunde, davon hat, wenn er ein bestimmtes Verhalten zeigt. 

Damit neben den Informationen auch die Emotionen nicht zu kurz kommen, empfiehlt Vogel, in die Empfehlungen auch so genannte “magic words” zu integrieren - Worte, die warme Gefühle erzeugen und farbige Bilder in den Köpfen entstehen lassen. Als Beispiele nennt er Worte wie kinderleicht, wertvoll, zauberhaft oder innovativ und zukunftsweisend.

Stopp, denken wir hier. Luftblasen-Rhetorik, kennen wir das nicht von unangenehmen Verkäufer-Vorbildern? Doch Ingo Vogel hat sich auf die Einwände vorbereitet: Er argumentiert, dass sich Menschen unter folgender Voraussetzung gerne von uns mit Worten verführen lassen: “Sie wirken glaubhaft und authentisch, weil verbale Aussagen und Körpersprache eine Einheit bilden”.

Karinamo

 

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